Novelle des Kindertagesförderungsgesetzes // Wegner: „Wir brauchen einen landesweiten Mindestpersonalschlüssel für unsere Erzieher*innen“

Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wurde heute die vierte Novelle des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG) in erster Lesung debattiert. Die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern, Jutta Wegner, ist von dem Gesetzentwurf enttäuscht:

„Anstatt sich auf den Weg zu machen und in der Überarbeitung des KiföG endlich das Koalitionsversprechen eines landesweiten Mindestpersonalschlüssels umzusetzen, will die Landesregierung lediglich die Fachkraft-Kind-Relation minimal auf 1:14 verkleinern. Darin sind aber weder Krankheit, Urlaub oder Leitungszeiten einkalkuliert, noch gleiche Standards für alle Kitas etabliert. Das führt im Arbeitsalltag de facto dazu, dass eine Fachkraft im Kindergarten auch mal bis zu 19 Kinder betreuen muss.

Auch wird die Aufwertung von berufserfahrenen Assistent*innen und fortgeschrittenen Studierenden zu pädagogischen Fachkräften von Expert*innen kritisch gesehen: Ausgebildete Erzieher*innen erwerben in ihrer vierjährigen Lehrzeit natürlich umfangreichere Qualifikationen. Ministerin Oldenburg sollte jetzt nicht anfangen, sich die Fachkräftequote künstlich schönzurechnen. Dies nützt weder den Erzieher*innen noch den Kindern.

Individuelle Förderung, Sprachgewandtheit oder gleiche Startchancen in der Bildung bleiben so Wunschträume. Wertschätzende und gute Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und weniger Stress für die Erzieher*innen ebenso. Will die Landesregierung wirklich etwas für Kinder und Personal verbessern, kommt sie nicht umhin, endlich gleiche und kindgerechte Standards für alle zu etablieren und zeitgleich die Gruppen deutlich zu verkleinern.“

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